Letang bleibt in Pittsburgh
2026-08-18Es waren illustre Namen, deren Verträge in diesem Sommer in der GFHL ausliefen und die somit auf den Markt kamen. Nikita Kucherov. Mark Scheifele. Gabriel Landeskog. Connor Hellebuyck. Oder auch Artemi Panarin, um nur einige zu nennen. Und nachdem Pittsburgh in der vergangenen Saison bis ins Conference-Finale gekommen war, rechneten einige Fans und Experten mit einer aggressiven Strategie der Penguins, in deren Zuge zumindest einer der Topstars im Westen Pennsylvanias unterschreiben würde.
Gut drei Tage nach Beginn der UFA-Phase lässt sich festhalten, dass es so nicht gekommen ist. Die Superstars unterschrieben ihre Verträge bei der Konkurrenz, teilweise sogar in der eigenen Division. Wie konnte es dazu kommen? Haben sich die Verantwortlichen etwa schon wieder von dem erst vor wenigen Monaten eingeschlagenen Weg verabschiedet? Oder waren die Penguins für die Stars schlicht nicht attraktiv genug?
Die Antwort ist vermutlich eine andere und hat ihren Ursprung im vergangenen Frühjahr. Mit den guten Leistungen und dem tiefen Run in die Playoffs stiegen die Erwartungen: bei den Verantwortlichen, bei den Fans, aber auch bei den Spielern selbst – und bei Letzteren auch in finanzieller Hinsicht. Die Verträge von Jack Hughes, Jason Robertson, Trevor Zegras, Josh Norris, Clayton Keller, Mario Ferraro, Andrew Peeke, Vincent Desharnais und Mackenzie Blackwood liefen allesamt aus, und nach den überzeugenden Leistungen des Frühjahrs standen teilweise enorme Gehaltserhöhungen auf dem Plan.
So verdient Robertson nun 12 Millionen US-Dollar pro Saison, Hughes, Norris und Keller erhalten allesamt mindestens sieben Millionen, und selbst Vincent Desharnais lässt sich seine Dienste künftig mit 4,2 Millionen US-Dollar pro Saison vergüten. Nach den Leistungen der vergangenen Saison haben sich die Spieler diese Erhöhungen mit Sicherheit verdient. Die Penguins, die nun in gewisser Weise zu Opfern des eigenen Erfolgs werden, stellen sie jedoch vor ein enormes Problem.
Denn bereits bevor die heiße Phase um die Unrestricted Free Agents begann, verfügte Pittsburgh über eines der teuersten Teams der Liga und ein Gehaltsgefüge, das nach den aktuellen Salary-Cap-Regeln kaum noch Spielraum für weitere Neuzugänge ließ – von Stars wie Kucherov oder Scheifele ganz zu schweigen. Das stellte die Verantwortlichen vor die Herausforderung, mit begrenzten finanziellen Mitteln die Lücken im Kader zu schließen und das Team dabei nach Möglichkeit noch zu verbessern.
Die gute Nachricht war sicherlich, dass Kris Letang den Penguins erhalten bleibt. Er unterschrieb für ein weiteres Jahr in der Stahlstadt und wird der Verteidigung Stabilität verleihen sowie im Powerplay für Schlagkraft sorgen. Neben Letang bleibt auch Zach Bogosian in Pittsburgh. Der einst von den Penguins gedraftete Verteidiger unterschrieb ebenso wie Letang für eine weitere Saison. Bogosian wird dabei eine Million US-Dollar verdienen, Letang das Vierfache.
Im Sturm verstärkten sich die Penguins mit David Perron und Jordan Martinook. Beide unterzeichneten mit anderthalb Millionen US-Dollar dotierte Verträge – Perron für eine Saison, Martinook für zwei. Auch im Tor fanden die Penguins Verstärkung: Frederik Andersen, der bereits von 2022 bis 2024 das Tor in Pittsburgh hütete, kehrt zurück und unterschrieb einen Einjahresvertrag.
Somit banden die Penguins fünf Spieler, die den Salary Cap insgesamt mit neun Millionen US-Dollar belasten. Rechnet man die Gehälter von Kevin Hayes, der künftig voraussichtlich das Farmteam in Salt Lake City als Kapitän anführen wird, sowie Rémi Poirier, der das Tor der Lynx hüten wird, dagegen, bleibt ein Nettozuwachs von etwa sechs Millionen US-Dollar für fünf Spieler. Damit liegt man im Schnitt deutlich unter dem bisherigen Durchschnittsgehalt des Kaders.
Und das dürfte das Hauptmotiv hinter den Signings gewesen sein: Man befindet sich weiterhin unter der Gehaltsobergrenze, verfügt jedoch über einen tief besetzten Kader aus dreizehn Stürmern, acht Verteidigern und zwei Goalies. Ein Kader, der tief genug für eine lange Saison ist und mit dem man theoretisch schon morgen in die Saison starten könnte. So früh war man in Pittsburgh selten mit der Kaderplanung fertig.
Die Frage ist jedoch, was man mit diesem Kader erreichen kann. Auf den ersten Blick erscheint er nicht wie ein Kader, der höchste Ansprüche anmeldet. Die angesprochene Tiefe dürfte jedoch ein Vorteil gegenüber anderen Teams sein. In Kombination mit einer vor allem in der Defensive starken Verteidigung sowie offensiven Einzelkönnern wie Robertson, Hughes, Keller und Horvat sollte sie die Penguins in die Lage versetzen, um die Playoffs mitzuspielen – und letztlich auch in die Endrunde einzuziehen.
Dass der Kader ausreicht, um mit Teams wie den Red Wings mitzuhalten und sie diesmal auch zu bezwingen, erscheint jedoch schwer vorstellbar. Eine Saison, die den Einzug in die Playoffs beinhaltet und dort in der ersten oder zweiten Runde endet, wäre historisch betrachtet sicherlich nicht als Misserfolg zu werten. Doch nach dem Einzug ins Conference-Finale vor wenigen Monaten träumen die Fans nun von mehr.
Auch innerhalb der Franchise gibt es zumindest Indizien, die darauf hindeuten, dass die Penguins in diesem Jahr mehr erreichen wollen. So wurde unseren Informationen zufolge erst gestern ein Trade Mario Ferraros abgelehnt. Zu wichtig erscheint der Defensivspezialist für einen tiefen Run in die Playoffs, als dass man ihn nun im Gegenzug für ein Zukunftsversprechen an einen direkten Konkurrenten abgeben wollte. Ähnlich soll man in den vergangenen Wochen mit Anfragen nach Bo Horvat, Clayton Keller und Jason Robertson umgegangen sein.
Dennoch stellt sich die Frage, wie man diesen Kader noch so verstärken will, dass man in den Playoffs letztlich auch die ganz großen Teams aus dem Weg räumen kann. Schließlich sind die Penguins, Stand heute, das teuerste Team der Liga und haben so gut wie keinen Spielraum mehr unter der Gehaltsobergrenze.
Unseren Informationen zufolge existieren jedoch auch hierfür intern bereits konkrete Pläne. Demnach wäre es möglich, zu einem späteren Zeitpunkt nachzulegen, sollte sich bis dahin zeigen, dass dem Kader zum ganz großen Wurf noch ein oder zwei Spieler fehlen.
Fakt ist: Der Kader der Penguins erscheint besser als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Und wohin die damalige Reise führte, ist bekannt.

Jetzt muss man eben schauen, wie man ein mögliches Finanzloch stopfen kann :)
Letang bleibt in Pittsburgh
Penguins bereit für die Saison
