Der Ruf des Nordens
2026-09-05Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, seit heute ist es offiziell: Die Salt Lake City Lynx gehen in ihre letzte Saison. Anschließend werden die Pittsburgh Penguins ihr Farmteam nach Kanada verlegen. Dies gab GM Stephan auf der heutigen Pressekonferenz bekannt.
Damit bestätigten sich zugleich die Informationen unserer Zeitung über Stephans Reise nach Kanada. Nachdem er in der vergangenen Woche am Flughafen von Winnipeg gesehen worden war, hatte es zunächst Spekulationen über mögliche Spielerverhandlungen mit Jets-GM Toby gegeben. Tatsächlich diente Winnipeg jedoch lediglich als Zwischenstation. Wie Stephan nun bestätigte, hielt er sich mehrere Tage in Churchill auf, um vor Ort die abschließenden Gespräche über den Umzug des Farmteams zu führen.
„Als wir vor 25 Jahren nach Salt Lake City zogen, gab es in der Stadt noch kein professionelles Eishockeyteam. Ich hatte Salt Lake City ein Jahr zuvor kennengelernt, und es war mein Wunsch, den Menschen vor Ort großartiges Eishockey zu bieten. Mit ihrer Unterstützung und ihrer Begeisterung für das Team haben sie – obwohl der sportliche Erfolg nicht immer im erhofften Maße vorhanden war – nicht nur dafür gesorgt, dass die Lynx zu einer etablierten GMHL-Franchise wurden. Letztlich haben sie auch dazu beigetragen, dass mit den Utah Mammoth sogar ein GFHL-Team in die Stadt kam. Wir sind stolz darauf, ein Teil der Eishockeygeschichte Salt Lake Citys gewesen sein zu dürfen. Nach 25 gemeinsamen Jahren gehen wir voller Dankbarkeit, aber auch voller Zuversicht für die Zukunft des Eishockeys in dieser Stadt. Bei GM Andre befindet sie sich in sehr guten Händen.“
Anschließend übernahm ein alter Bekannter die Präsentation des neuen Farmteams: Jordin Tootoo, der einst von den Penguins gedraftet wurde, bei den Fans zum Publikumsliebling aufstieg und seine Karriere schließlich auch im Trikot der Franchise beendete.
„Ich bin stolz, verkünden zu dürfen, dass das Farmteam der Penguins künftig in meinem Geburtsort Churchill in Manitoba auflaufen wird.
Wer Churchill kennt, weiß, dass Widerstandsfähigkeit und Zusammenhalt dort weit mehr als bloße Worte sind. Sie sind die Grundlage des täglichen Lebens. In Churchill leben nicht einmal tausend Menschen – weit entfernt von den großen Städten des Südens und ohne eine einzige Straße, die den Ort mit dem übrigen Kanada verbindet. Wer dort lebt, weiß, was es bedeutet, aufeinander angewiesen zu sein.
Als Überschwemmungen im Jahr 2017 die Bahnstrecke zerstörten, verlor Churchill für rund eineinhalb Jahre seine einzige Verbindung über Land. Lebensmittel, Treibstoff und andere lebenswichtige Güter konnten den Ort nur noch auf wesentlich schwierigeren und teureren Wegen erreichen. Für viele Menschen ging es damals nicht allein um höhere Preise, sondern auch um ihre Arbeit, ihre Existenz und die Zukunft der gesamten Stadt. Churchill hätte daran zerbrechen können. Doch die Menschen hielten zusammen, kämpften für ihre Verbindung zum Rest des Landes und weigerten sich, ihre Heimat aufzugeben.
Sie trotzen langen, erbarmungslos kalten Wintern, Schneestürmen und einer Dunkelheit, die sich über einen großen Teil des Tages legt. Und sie teilen ihre Heimat mit den mächtigsten Raubtieren der Arktis. Wenn sich ab Juli die Eisbären vor der Küste versammeln und einzelne Tiere bis in den Ort gelangen, muss jeder aufmerksam sein – nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Nachbarn. Man warnt einander, man passt aufeinander auf und man lässt niemanden allein.
Churchill ist eine kleine Stadt an einem gewaltigen Ort. Die Natur dort verlangt Respekt, Mut und Ausdauer. Aber gerade unter diesen Bedingungen ist eine Gemeinschaft entstanden, die gelernt hat, füreinander einzustehen und selbst in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben.
Genau dafür soll auch unsere Mannschaft stehen. Sie soll widerstandsfähig sein, wenn die Umstände gegen sie sprechen. Sie soll zusammenhalten, wenn es schwierig wird. Und sie soll jeden Gegner spüren lassen, dass er sich bei uns auf fremdem Terrain befindet.
Deshalb werden die Pittsburgh Penguins künftig von den Churchill Polar Bears unterstützt.“
Während Tootoos Rede kam es am Rande der Bühne zu einem kurzen, rätselhaften Moment. GM Stephan blickte auf sein Handy und sah plötzlich aus, als hätte er einen Geist gesehen. Für einen Augenblick schien er sich sogar an seinem Stuhl festhalten zu müssen, um nicht von diesem zu kippen. Was genau er auf dem Display entdeckt hatte, blieb zunächst unklar.
Gemeinsam mit dem Namen präsentierte Jordin Tootoo auch das Logo der neuen Franchise. Im Mittelpunkt steht ein Eisbär vor Polarlichtern und den Eisschollen der Hudson Bay. Im Hintergrund ist das Prince of Wales Fort zu erkennen, das seit Jahrhunderten über die Küste vor Churchill wacht.
Trotz der enormen Entfernung verbindet Churchill viel mit Winnipeg. Die fast 1.700 Kilometer lange Bahnstrecke in die Provinzhauptstadt ist bis heute die einzige Landverbindung zum übrigen Kanada; auch für Flugreisende ist Winnipeg das wichtigste Tor zum Norden Manitobas. Zudem drücken viele Menschen in Churchill den Winnipeg Jets die Daumen. Dass deren Farmteam zu den künftigen Ligakonkurrenten der Polar Bears zählen wird, verleiht dem Umzug eine zusätzliche sportliche Brisanz.
„Wir wissen, dass viele Menschen in Churchill Fans der Jets sind“, erklärte GM Stephan. „Und wir wissen ebenso, dass mit den Manitoba Moose eines der besten Farmteams unserer Liga in Winnipeg beheimatet ist. Was GM Toby dort aufgebaut hat, verdient großen Respekt. Die Moose sind für jedes Team der Liga ein Maßstab. Wir freuen uns darauf, ihnen künftig zu zeigen, dass erstklassiges Eishockey in Manitoba nicht an der Stadtgrenze Winnipegs endet.“
Ob für die Wahl Churchills tatsächlich nur sportliche und strategische Gründe ausschlaggebend waren, darf allerdings bezweifelt werden. Innerhalb der Liga hält sich hartnäckig das Gerücht, dass gerade die überschaubare Einwohnerzahl den Standort für GM Stephan besonders attraktiv gemacht habe. Schließlich ist dieser unter seinen Mitstreitern nicht unbedingt dafür bekannt, freiwillig die Nähe größerer Menschenmengen zu suchen, wenn ihm stattdessen unberührte Natur zur Verfügung steht. Wie ein Mitarbeiter des Front Office scherzhaft angemerkt haben soll, könne der GM bei weniger als tausend Einwohnern theoretisch jeden künftigen Fan persönlich begrüßen – und habe anschließend noch immer genügend Platz, um für den Rest des Tages niemandem mehr begegnen zu müssen. Die Penguins ließen auch dieses Gerücht unkommentiert.
Der Spielbetrieb in Churchill soll zur Saison 27/28 aufgenommen werden. Bis dahin werden die Lynx noch ein letztes Mal in Salt Lake City auflaufen. GM Stephan kündigte an, dass die kommende Saison nicht allein im Zeichen des Abschieds stehen solle:
„Wir wollen uns nicht leise aus Salt Lake City verabschieden. Nach 25 Jahren sind wir dieser Stadt und unseren Fans eine letzte Saison schuldig, an die sie sich noch lange erinnern werden.“
Danach aber beginnt für das Farmteam der Penguins ein neues Kapitel – weiter nördlich als je zuvor.

Cooler Beitrag und immer schön, wenn der Norden Zuwachs erhält! :)
Der Ruf des Nordens
Penguins bestätigen Umzug ihres Farmteams nach Churchill

Sehr schön. Kreiere Grafiken (header, Logos, Jerseys) und lasse der LL das zukommen. Details bzgl. Detailformat, Größe, Layout) besprechen wir gern. Finde die Wahl spannend und schön begründet. Ach ja, die Moose wären gern erster Testspielgegner.
Der Ruf des Nordens
Penguins bestätigen Umzug ihres Farmteams nach Churchill
