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Tampa Bays 2026er Draft im Review

2026-08-12

Manche Teams draften fürs nächste Jahr. Tampa Bay draftet für die Zukunft – und das mit bemerkenswerter Disziplin.

Pick 2: Ivar Stenberg. Der klare Top-Name für uns – der eigentliche Top-Name des gesamten Jahrgangs, McKenna, war zu diesem Zeitpunkt natürlich längst weg. Stenberg reiht sich zu Demidov, Bear und Vilmanis in einen Flügel-Kern ein, der auf lange Sicht das Rückgrat der Offensive bilden soll.

Pick 34: Egor Shilov. Board sagt Shilov, Tampa nimmt Shilov. Kein Bauchentscheid, stures Abarbeiten der eigenen Liste – genau so soll ein Rebuild-Draft aussehen.

Picks 66/68/69: Beckett Hamilton, Adam Nemec, Michal Orsulak. Drei Drittrunder in Serie, aber der eigentliche Clou sitzt bei Pick 69: Michal Orsulak, laut Central Scouting zweitbester nordamerikanischer Goalie-Prospect des Jahrgangs. Vor diesem Draft hatte Tampa null Goalie-Prospects unter den eigenen Draftrechten. Jetzt: einer.

Pick 98: Viktor Fedorov. Weiter BPA, weiter Konsistenz statt Überraschung.

Pick 130: Brady Knowling. Der eigentliche Clou des gesamten Drafts – laut Central Scouting die Nummer 1 unter allen nordamerikanischen Goalie-Prospects. Dass so ein Name erst in Runde 5 fällt, zeigt: auch bei Torhütern kann sich Geduld auszahlen, und Tampa hat gleich zweimal zugegriffen. Aus null Goalie-Prospects wurden binnen eines Drafts zwei.

Picks 162/187/194: Ryan Brown, Wesley Royston, Max Laatikainen. Die letzten drei Runden liefen unspektakulär, aber solide weiter – kein wildes Reachen, sondern das konsequente Auffüllen des Prospect-Pools. Brown und Rolston runden die Feldspieler-Tiefe ab, mit Laatikainen holt sich Tampa in Runde 7 sogar noch einen zusätzlichen Namen für die Blueline – und mit ihm zugleich den jüngsten Spieler des gesamten Drafts.

Die Gesamtbilanz

Zehn Picks, kein Feuerwerk, aber ein Draft, der genau da verstärkt hat, wo es am meisten wehtat – und das komplett ohne Trade. Der Flügel-Kern bleibt unangetastet und wächst zusammen, und Tampa hat sich nicht in Reaches verliebt, sondern ist stur der eigenen Tier-Liste gefolgt, Runde für Runde.

Natürlich blieb nicht jeder Wunsch in Erfüllung. Mehrere favorisierte Verteidiger waren bereits früh vom Board verschwunden, weshalb die Organisation ihre eigentliche Baustelle auf der Blueline kaum schließen konnte. Dafür gelang es, auf der wohl größten Problemposition gleich doppelt nachzulegen: Mit Orsulak und Knowling stehen nun zwei hoch eingeschätzte Goalie-Prospects unter Vertrag. Gemeinsam mit Marcus Gidlöf verfügt Tampa erstmals seit Langem wieder über eine interessante Pipeline zwischen den Pfosten.

Kein Draft für die Schlagzeilen – aber einer, der hervorragend zu einem konsequenten Rebuild passt. Manchmal ist "solide und stur" genau die beste Schlagzeile.