Life is a roller coaster!
2017-01-26Winnipeg. Das Leben schreibt stetig seine Geschichten. Manche spektakulär und polarisierent, manche eher still aber auf ihre eigene Art und Weise anrührend schön. Im Herbst beschloss der 39-jährige Eishockeyprofi Willie Mitchell, seine Karriere bei den Winnipeg Jets ausklingen zu lassen und sich parallel dazu auf eine Trainerkarriere vorzubereiten. Diesem Ziel geht er auch weiterhin nach. Alles nichts Ungewöhnliches, wäre Mitchell nicht zwischenzeitlich zu den Carolina Hurricanes getradet worden!
Damals war er der emotionale Teil des Deals, der Dan Girardi zu den Jets brachte. Sein Hospitationsposten im Trainerstab der Canes musste eigens für ihn geschaffen werden. Bei dem Umzug setzte Jets-GM Toby ungewöhnlich hohe soziale Anforderungen an das Management der Canes, um den Deal unter Dach und Fach zu bringen. So sollte alles nun ganz anders kommen für Mitchell. Carolina statt Manitoba. Video Coaching statt on-ice-Development, Canes statt Jets, weiß-rot statt nachtblau, Motorsport statt Fischen.
Was blieb, war der Erfolg des Teams. Wie auch die Jets im Westen spielen die Canes in der Eastern Conference eine führende Rolle und haben ihre Ambitionen auf hohen sportlichen Erfolg. Doch war der Anteil von Mitchell daran ungleich kleiner als in Winnipeg. Mitchell kam bei den Canes nicht ins Laufen. Sechs Spiele, ein Assist, eine Bilanz von -3. Stammplatz Fehlanzeige. Der Kontakt nach Winnipeg riss derweil nie ab. Ebenso wenig der Kontakt der beiden GM's. "David (GM Canes, Anm. d. Red.) kontaktierte mich um die Mittagszeit. Man merkte, dass ihn etwas beschäftigte", konstruierte GM Toby den Verhandlungslauf. Mitchell fühlte sich unwohl in Carolina und wurde vom dortigen Trainerstab zum Trade empfohlen. Der Macher der Jets handelte: "als David mir sagte, dass Mitchell ein Transfer droht, fragte ich nur: Wieviel?" Die Verhandlungen dauerten etwa zehn Minuten. Für Mitchell gehen die Rechte an Prospect: Jordan Sambrook nach Carolina.
Der Routinier selbst zeigte sich ebenfalls emotional. Er fühle sich einfach nur glücklich. "Die Canes sind eine großartige Franchise mit hoher Professionalität. Die Winnipeg Jets jedoch, sind eine Herzensangelenheit", betonte Mitchell, dem diese Erkenntnis kam, als ihm GM David den Trade mitteilte - und anschließend vom 39-jährigen spontan umarmt worden sei.
Bei den Jets wird Mitchell morgen Vormittag am Flughafen erwartet. "Seine alte Wohnung steht noch frei. Seine Position im Trainerstab der Moose wurde noch nicht neu besetzt. Es ist alles bereitet", freut sich Toby. Fast wirkt es so, als wäre Willie Mitchell nie weg gewesen. Fast.
Das er wieder kommt, ist wichtig. Die Jets haben mit dem 0:2 in Chicago heute nicht nur das vierte Spiel in Serie sondern auch die Tabellenführung in der Central Division (ebenfalls an die Blackhawks) verloren. "Das Team braucht neue Impulse und einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten. Mit Willie bekommen wir hoffentlich beides", freut sich auch Head Coach Mike Babcock über die Rückkehr.