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Jets schlingern durch die Liga

2017-02-12

Winnipeg. Wann immer es etwas gibt, was die Leidenschaft der Menschen ganz besonders zu entfachen vermag, entsteht nicht selten ein Hype, der Dinge mitunter stark verzerrt in der Öffentlichkeit spiegelt. Diese Beschreibung mag zutreffend sein, wenn es in der Provinz Manitoba im Eishockey allgemein und um die Winnipeg Jets im Speziellen geht.

Die Winnipeg Jets, zu Jahresbeginn noch Tabellenführer der Central Division und Top-Team in der Western Conference, fuhren am Abend beim Tampa Bay Lightning die achte Niederlage binnen zehn Begegnungen ein und fielen inzwischen auf Platz 3 der Central Division zurück. Während die ersten Niederlagen noch als Ausrutscher zur Kenntnis genommen wurden, der Appell: "Mund abputzen, weiter machen!" in unmissverständlicher Allgemeingültigkeit durch Club, Fans und Medien ging, macht man sich inzwischen akut Sorgen.

Das Team wirkt verunsichert. Dies spürte man insbesondere gestern beim 1:6 gegen die Bolts, die zu keiner Zeit im Spiel fünf Tore besser waren als die Jets, insbesondere nicht, als diese Tore fielen. Im ersten Spielabschnitt warf ein frühes Powerplay-Tor der Bolts durch Nikita Kucherov die Jets kaum aus der Bahn. Der Gameplan wurde gehalten, das Offensiv-Feuerwerk der Jets wurde planmäßig gezündet und Cody Eakin besorgte den fälligen Ausgleich. Die Partie machte Lust auf mehr, zumindest bis zum ersten Pausentee.

Im MItteldrittel geschah dann das, was dem Spiel den Stoß in die unglückliche Richtung gab. Die Bolts verwandelten nahezu jede Torchance und zogen bis zur 33. Minute auf 1:5 davon. Goalie Michael Hutchinson, der einmal mehr schlicht überfordert wirkte, wurde durch Chris Driedger ersetzt. Dies gab der Defensive zwar wieder etwas mehr Sicherheit. Die Niederlage war allerdings nicht mehr zu verhindern. Im Schluss-Abschnitt gelang den Bolts sogar noch Treffer Nummer sechs.

"Wir haben gut gearbeitet, wurden dafür aber nicht belohnt", analysierte Head Coach Mike Babcock die Begegnung. Der Manager der Jets sah aber auch Fehler im Spielansatz: "Wir sind aktuell nicht konsequent genug. Das macht die gute Arbeit von Spielern und Trainer dann im Ergebnis zunicht. Das sollten wir schleunigst abstellen!"

Zumal die traditionell große Euphorie der Fans sich in so einer Situation schnell in Druck umwandeln kann, der zusätlich kontraproduktiv wirken könnte.

Am Dienstag geht es gegen die Dallas Stars wieder um Punkte und dann sogar gegen einen Division-Gegner. Um die Stabilität wieder herzustellen und das angeschlagene Selbstvertrauen wieder aufzupolieren wären die Stars, deren Saisonverlauf alles Andere als wunschgemäß verläuft, eigentlich der ideale Aufbaugegner. Doch vor dieser Erwartungshaltung warnt GM Toby: "Das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Wir müssen mindestens 60 Minuten Vollgas geben, sonst werden wir gegen Dallas keine Chance haben."

Grund zu jubeln gibt es für die Eishockeyfans aus Manitoba nach wie vor. In der AHL ziehen die Manitoba Moose einsam ihre Kreise und eilen von Sieg zu Sieg. in den letzten 25 Partien gab es 22 Siege. Einziger Wermutstropfen: alle drei Niederlagen kassierte das Team von Coach Paul MacLean gegen die Bangor Raccoons. Ob sich da ein Angstgegner entwickelt? Coach MacLean winkt ab: "Wir haben sie diese Saison auch schon besiegt. Die Raccoons haben ein starkes Team, sind aber schlagbar. Wie wir auch."