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F&A - Washington Capitals

2017-03-04

Im ersten Teil unserer Serie F & A haben wir uns mit Dany Alig, dem GM der Washington Capitals, zusammen gesetzt, um vor allem das Thema Rebuild zu beleuchten.

Sehr geehrter Herr Alig, die Washington Capitals stehen im Zeichen eines großen Umbruchs. In der Saison 13/14 haben Sie die Geschicke als GM der Capitals übernommen. Mit dem letzten Wild Card Platz konnten Sie in die Playoffs einziehen, scheiterten dort dann allerdings direkt in der ersten Runde mit 1:4 gegen die Tampa Bay Lightnings. Irgendwann fiel dann die Entscheidung eines kompletten Rebuilds. Wie genau ist es zu diesem Schritt gekommen, was hat Sie zu dieser radikalen Entscheidung bewogen?

Als ich 2013 das Team übernommen habe, fand ich eine solide Mannschaft vor. Kein wirkliches Meisterteam aber doch ein Team mit einigem Talent. In diesem Jahr haben wir die Playoffs mit Ach und Krach erreicht, dennoch wurde ich nicht wirklich glücklich dabei. Du hast als GM so deine Vorstellung, wie deine Mannschaft aussehen soll und trotz all dem Talent, entsprach die Mannschaft keineswegs meinen Vorstellungen. Mit dem Vorschlaghammer in der zweiten Saison alles kurz und klein zu schlagen war nicht drin. So kehrte - und da bin ich ganz ehrlich - ziemliche Lustlosigkeit ein. Mit unmotivierten UFA-Verpflichtung haben wir dann versucht das Unmögliche möglich zu machen, aber wir haben in der Folge zweimal den 25igsten Platz erreicht. Zudem ging die Franchise letzte Saison Pleite. Handtuch hinwerfen oder Neuanfang? Neuanfang! Und da stehen wir jetzt.

Sie sprechen von Lustlosigkeit durch schlechte Ergebnisse gepaart mit einer Mannschaft, die nicht Ihrer persönlichen Philosophie entsprach.
Ihnen wird bewusst gewesen sein, dass die Ergebnisse durch so einen radikalen Rebuild anfangs nicht besser werden und so ein Umbruch nur mit viel Geduld umsetzbar ist.
Neue Motivation schöpften Sie also aus der Vorstellung, als GM ein völlig neues Team aufzubauen, Identifikation zu schaffen um dann langfristig mit diesem Erfolge zu generieren und etwas zurückzulassen, was man auch unmissverständlich mit Ihrem Namen verknüpft?

Sie bringen es auf den Punkt ja. Aber es ist keine Vorstellung sondern eine Tatsache. Ich denke, die Saison 15/16 wird man in Washington dann doch mit meinem Namen in Verbindung bringen. Einerseits weil wir drauf und dran sind, die schlechteste Saison hinzulegen und andererseits, weil man in ein paar Jahren diese Saison als den Start der "glorreichen Gegenwart" betrachten kann. Denken Sie nur an all das Potential, das ich in diesem Jahr in die Mannschaft gebracht habe.

Bevor wir die aktuelle Situation betrachten möchten wir nochmal knapp 1 Jahr zurückgehen. Vor dem letzten Draft (Mitte 2016) gab es einen spektakulären Trade zwischen Ihnen und dem GM der Winnipeg Jets. Sie konnten dabei viele junge Talente in Ihre Franchise lotsen. Allerdings wechselte auch ein beachtenswertes Paket an Picks die Seiten.
Sie bekamen aus Winnipeg die 1st Picks von Montréal, Boston und Winnipeg, mit denen Sie an Position 13, 21 und 27 die Spieler Max Jones, Brett Howden und Tage Thompson gezogen haben.
Dafür ging aber Ihr eigener 1st Pick an Winnipeg, mit dem die Jets an zweiter Stelle keinen geringeren als Patrick Laine ziehen konnten. Sind solche Deals ein notwendiges Übel oder betrachten Sie solche Entscheidungen auch kritisch für zukünftige, ähnlich gelagerte Fälle?

Diese Frage musste ja kommen - danke, dass Sie sie stellen. Das ist DER Deal der Franchise-Geschichte und es ist mir bewusst, dass die Meinungen dazu auseinander gehen können. Viele dürften den Deal wohl nicht gemacht haben - Supertalente wie Laine tradet man nicht; basta. Wir haben es getan und ich bin überzeugt, dass es der richtige Entscheid war. Nebst Jones, Howden und Thompson haben ja auch noch MacInnis, Greer und Hayden zu uns gewechselt und wir sind eine bedeutende Summe an Lohnkosten losgeworden. Hayden ist einer der Topleute, die dieses Jahr vom College- in den Profi-Zirkus wechseln wird. Greer und MacInnis haben auch das Potential NHL-Stammspieler zu werden.

Ich bin bewusst diesen Weg gegangen. Ich wollte und konnte nicht meine Franchise rund um einen Top-Mann in der Offense bauen. Mein Ziel war es, dieses Jahr ein solides Fundament für die Zukunft zu schaffen, damit die Erwartungen und Hoffnungen auf viele Schultern verteilt werden können - in der Offense wie auch in der Defense.

Mit White, Keller, Boeser, Thompson, Brown, Howden, Sheary, Hayden und Roslovic sind wir da auf einen sensationellen Weg. Klar, wir haben NOCH keinen Laine im Sturm aber das kann sich noch ändern. Wir haben unsere Laines in der Verteidigung.


Was übrigens ein sehr markanter Punkt ist, schaut man sich Ihre Depth Chart an.  Sie haben anscheinend sehr großen Wert auf extrem starke Defender-Prospects gelegt. Mit Zach Werenski, Jakob Chychrun, Dante Fabbro, Travis Sanheim, Brady Skjei , Noah Hanifin hatten Sie einen enormen Pool an starken jungen Defendern. Bei den Forwards hatte man dieses geballte Potential noch nicht. Dies haben Sie allerdings durch einige gute Trades vor der Deadline ausgeglichen und mit Spielern wie Clayton Keller oder Colin White nun auch vorne Top Talente.
Aber kann man Ihnen ein besonderes Händchen für das Aufspüren von jungen Top Defendern attestieren?

Nein, das glaube ich nicht. Werenski war ehrlich gesagt ein Zufallstreffer, mit dem 2015er Draftjahrgang habe ich mich so gut wie gar nicht auseinander gesetzt. Skjei war schon im Team, das ich übernommen habe. Chychrun wollten wir unbedingt, das stimmt - aber ich denk, es war auch keine Kunst im 2016er Jahrgang etwas spannendes zu finden. Interessant wird der jetzige Jahrgang - es soll ja grundsätzlich ein ganz übler Jahrgang werden. Sicher mit dem einen oder anderen Rohdiamanten gespickt, aber diese muss man zuerst einmal finden. Das wird sicher ganz ganz spannend und nicht ganz einfach.

Aktuell sieht es so aus, als dürften Sie 2017 den ersten Spieler ziehen. Nolan Patrick und Nico Hischier gelten als die beiden Top Prospects.  Gibt es bereits eine Tendenz wer es werden soll?

Das wäre natürlich toll, wenn wir an Nummer 1 ziehen dürften, aber da entscheidet noch das Los. Mit den beiden Picks stehen die Chancen bei etwa 50% - da wäre feiern und planen sicher zu früh. Patrick oder Hischier - gute Frage für einen Schweizer GM. Ich sags mal so - wir würden denjenigen ziehen, dem wir auf Grund seines Potentials und seines Umfelds die bessere Karriere attestieren.
Und kommt es doch anders und wir ziehen an dritter oder vierter Position - da kann ich Ihnen schon versprechen - für den dritten oder vierten Pick haben wir die Wahl schon getroffen - und wissen Sie was? Wer das wird bleibt unser Geheimnis!

Kommen wir zum Abschluss nochmal zurück zu Ihrem aktuellen Team. Wenn man Sie über Ihr Team reden hört spürt man bereits eine gewisse Verbundenheit. Sie scheinen mit dem bisherigen Rebuild zufrieden zu sein.
Gilt das auch aus finanzieller Sicht? Sie haben angesprochen, dass Ihre Franchise letztes Jahr pleite war. Glauben Sie hier auch auf einem guten Weg zu sein, oder ist hier noch Luft nach oben?
Und wenn wir schon beim Thema Finanzen sind, wie beurteilen Sie aus Ihrer Erfahrung heraus die allgemeine finanzielle Situation innerhalb der GFHL? Glauben Sie, auf kurz oder lang werden sich noch weitere GM´s mit der Situation eines Bankrotts auseinandersetzen müssen, wenn nicht teils massiv gegengesteuert wird?

Das muss man etwas differenzierter ansehen. Mir ist bewusst, dass ich mit dem eingeschlagenen Weg des totalen Rebuild den Erfolg für zwei drei Jahre aus dem Stadion verbannt habe. Wir haben geduldige Fans, aber auch die geduldigsten Fans verdienen irgendwann wieder eine erfolgreiche Mannschaft. Und diese Mannschaft werde ich auf die Beine stellen. Wir werden eine Meistermannschaft! Das versprech ich hier und heute und ich bleib so lange im Amt, bis das Ziel erreicht wurde. Was die Finanzen angeht, da bin ich sehr positiv. Wir haben den Turnaround geschafft und sind finanziell sogar erfolgreich. Ein kleines Polster ist da und wir unternehmen alles, um auch diesbezüglich in das vordere Drittel vorzustoßen. Die Liga hat die Lage richtig erkannt und wichtige Schritte eingeleitet. Das kam für uns im richtigen Zeitpunkt. Dafür und für die Geduld während der Phase des finanziellen Desasters sind wir sehr dankbar.

Wie sieht Ihr Zeitplan aus? Wann greifen Sie wieder an, wann wird Ihr Rebuild soweit abgeschlossen sein das man mit den Caps endlich wieder rechnen kann?

Das ist eine gute Frage. Das hängt natürlich ganz stark davon ab, wann wir die Puzzlesteine zusammen haben und diese miteinander funktionieren. Wenn ich jetzt in die Organisation schaue und mir ansehe, wie jung meine Mannschaft ist, dann sag ich es mal so... liebe Fans: in drei Jahren spielen wir wieder um den Einzug in die Playoffs und in 10 Jahren gravieren wir unsere Namen auf den Cup!

Ein klare Aussage / Ankündigung zum Abschluss, die sicherlich nicht ungehört bleibt. Wir danken Ihnen für dieses ausführliche Gespräch und wünschen alles Gute für die Zukunft.

Danke für das Gespräch und auf weitere spannende Gespräche in dieser Serie!