Victory in Calgary!
2021-08-30Winnipeg. Es ist vollbracht. Nach einer an Spannung und Intensität nicht zu übertreffenden Serie gegen die Calgary Flames haben die Winnipeg Jets mit 4:2 Siegen die Western Conference und damit den Clarence S. Campbell Bowl nach Manitoba geholt. Sechs Spiele gegen die Flames, die allesamt mit nur einem Tor Unterschied zugunsten des Siegers ausgingen, die allerdings vor allem auch durch die niedrige Anzahl an Strafzeiten auffielen! Ganze 82 Strafminuten setzte es in der gesamten Serie! In anderen Playoff-Serien genügen dafür zwei Drittel eines Spiels!
Flames wie Jets konzentrierten sich jeweils auf das, was sie in der Regular Season ausgezeichnet hat: schnelles Offensiv-Eishockey! Von beiden Teams war es das Nord-Süd-Spiel, welches die Fans sich erhofft hatten und sie zum Zunge schnalzen brachte.
Im ersten Spiel der Serie agierten die Jets trotz des heimischen White Noise im MTS Centre noch vorsichtiger, um die Konterstärke der Flames nicht zu bedienen. Die Gäste aus Alberta dankten es und gewannen die erste Partie mit 2:1.
Ab Spiel 2 liefen die Jets von Beginn an mit offenem Visier übers Eis. Beim 4:3-Erfolg stach die vierte Reihe um Winger Jon Marchessault mit zwei Treffern heraus. Es sollte nicht das einzige Mal in dieser Serie bleiben, dass ausgerechnet diese Reihe den Unterschied macht.
Spiel 3 im nicht minder lauten Saddledome zu Calgary gab es eine Pause für Goalie Anton Khudobin. David Rittich zwischen den Pfosten der Jets machte ein großartiges Spiel, konnte aber die Ineffizienz seiner Vorderleute nicht wettmachen. Acht Powerplay-Situationen blieben ungenutzt, auch im letzten Spiel hatten die Jets aus fünf Möglichkeiten kein Kapital schlagen können. Nach der 1:2-Niederlage und dem erneuten Serien-Rückstand tobte Head Coach Paul Maurice in der Kabine - und stellte das Powerplay um!
Spiel 4 trug die Umstellung bereits Früchte. Das Siegtor beim 2:1-Erfolg im Saddledome erzielte Team Captain Sidney Crosby in Überzahl. Das erste Tor steuerte erneut die Reihe: Andrew Copp + Jon Marchessault + Josh Leivo bei. Anton Khudobin hielt einmal mehr Weltklasse. Ein Tor durch Flames-Top-Center Connor McDavid war zu wenig für die Flames.
Mit breiter Brust nach dem letzten Sieg empfingen die Jets zu Spiel 5 die Flames wieder im ausverkauften MTS Centre zu Winnipeg, unterstützt von dem White Noise des euphorischen Anhangs. Im einzigen Spiel der Serie, wo die Jets häufiger auf der Strafbank saßen als die Gäste aus Calgary, konnten die Flames vier Tore im Powerplay erzielen! Doch es reichte nicht gegen eine entfesselte Jets-Offensive, für die sich nicht nur einmal mehr Jon Marchessault wieder in die Torschützenliste eintrug, Adam Henrique spielte wie vom anderen Stern und war mit seinem Hattrick als Spieler des Abends der Faktor für den dritten Sieg der Jets.
Mit einem Matchball ging es zum 6. Spiel nach Calgary, wo erneut ein ausverkaufter Saddledome darauf hoffte, dass die Flames mit einem Sieg ein Entscheidungsspiel in Winnipeg erzwingen können. Doch die Jets wollten die Serie in Calgary beenden. Konsequent offensiv, lediglich mit einer weiteren Erholungspause für Starter Anton Khudobin, durfte David Rittich erneut seine Klasse im Tor unter Beweis stellen. Das frühe Gegentor von Connor McDavid kontere erneut Winnipegs vierte Reihe! Leivo und erneut Marchessault besiegten die Flames erneut und ließen mit dem 4. Sieg der Serie die Flamme Albertas für diesen Sommer erlöschen.
Die Serie war intensiv und auch ein wenig emotional. Denn das letzte Mal, dass die Calgary Flames im Finale der Western Conference erfolgreich waren, war in den Playoffs 2013, als sie sensationell das Stanley-Cup-Finale erreichten. General Manager seinerzeit in Calgary: Toby, inzwischen GM der Jets.
Nach der Presidents Trophy haben die Jets nun mit dem Campbell Bowl den zweiten "unberührten" Pokal gewonnen. Wie allerdings zuvor die Presidents Trophy, die am letzten Spieltag der Regular Season den Jets in Arizona überreicht wurde, als auch heute in Calgary, nahm Team Captain Sidney Crosby die Trophäe nicht nur entgegen sondern fasste sie auch an, wie die meisten Spieler des Teams.
Den Geist des Pokals mitnehmen in die nächste Runde. Dieses Gefühl wieder erleben wollen sei es, was das Team antreibt und stark macht.
2013 verloren die Flames das Finale gegen Tampa Bay mit 0:4.
Dieses Mal sind die Vorzeichen jedoch Andere.
Gegner der Jets sind die Carolina Hurricanes. Das Team aus der Eastern Conference hat bislang generell nur zwei Spiele verloren, beide im Confernece Finale gegen die Detroit Red Wings. Ein mit ähnlicher Offensivpower bestücktes Team wie das der Jets, lässt eigentlich keinen Favoritenstatus in irgendeine Richtung kippen. "Für alle Situationen finden sich Für und Wider", erwartet GM Toby eine ähnlich spannende Serie wie gegen die Wild und Flames. Natürlich wieder mit demselben Ende. Das Team hätte es verdient, die Fans in der Eishockey-Provinz Manitoba sowieso. Einzig die Canes dürften etwas dagegen haben.
In wenigen Tagen startet das Finale. Zur Freude der Fans und Trainer können beide Teams in Bestbesetzung antreten.
