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Das Beste kommt zum Schluss?

2022-03-01

Winnipeg. Bereits im Oktober hat Routinier Braydon Coburn den Verantwortlichen der Ottawa Senators mitgeteilt, dass nach dieser Saison für den 37-jährigen Verteidiger Schluss sein wird. Die GFHL-Saison 21/22 steht für die Sens im Zeichen des Rebuilds. Coburn übernahm die Rolle des Mentors und gab sich als der vorbildliche Veteran, den das junge Team in Ottawa brauchte.
Wird die 17 Jahre dauernde Karriere des Braydon Coburn auf diese noble, aber eher unspektakuläre Weise zu Ende gehen?

Die Ausgangssituation der Winnipeg Jets kann unterschiedlicher kaum sein: als frisch gebackener Stanley-Cup-Sieger blieb das Team im Kern ein weiteres Jahr zusammen, alle Beteiligten zeigten weiterhin eine enorme Lust zu siegen und so wurde schnell klar, dass auch in dieser Saison das Fenster für eine ganz weite Reise im Kampf um Lord Stanleys Trophäe offen steht.
Das Team gibt stetig 100%, doch trotz guter Rookies (Martin, Woo) und einem soliden Stand-by-Defender Kulak gilt die Verteidigung als Sorgenkind. Die Routiniers Hamonic und Keith sind häufig angeschlagen. Faulk, DeMelo und Morissey machen Extra-Schichten und haben kaum Raum für Regeneration. Ein weiterer Defender würde dem Team die nötige Stabilität, den älteren Spielern die nötige Entlastung gönnen.

Die Cap-Situation ließ eine Investition von maximal 3,4 Mio. zu in Winnipeg. Viele Spieler blieben da nicht als potentielle Verstärkungen übrig. Braydon Coburn ist einer von ihnen. Den Stanley-Cup hat der Routinier noch nicht gewonnen. Einmal war er ziemilch nah dran. 2013 erreichte er das Stanley-Cup-Finale mit den Calgary Flames. Manager damals: GM Toby, der heutige Macher der Jets.

Er war es auch, der zunächst den Spieler und dann das Management der Senators überzeugte. Für zwei späte Draftpicks wechselt Coburn nach Winnipeg, um im Winter seiner Karriere doch noch einmal nach dem Titel zu greifen.
Jetzt oder nie - selten traf dieses Motto besser auf eine Situation zu! Es ist sowohl für die Jets als auch für Coburn die letzte Chance, den Stanley Cup zu gewinnen. Die Jets werden danach das Team umbauen müssen, bedingt durch Alter und Finanzstruktur. Braydon Coburn wird die Schlittschuhe an den Nagel hängen. Ob er dem Eishockey in anderer Funktion erhalten bleibt, weiß er noch nicht. In Winnipeg, wo normalerweise bei älteren Spielern immer auch auf Möglichkeiten geachtet wird, die Karriere nach der Karriere auf den Weg zu bringen, ist aktuell kein Platz im System frei.

Beide Parteien steuern also auf einen mehr oder weniger ungewissen Herbst zu, wollen aber vorher den ganz großen Coup landen.
Für die beeindruckende Karriere von Braydon Coburn, der über 1000 Spiele in der GFHL auflief, wäre dies die Krönung. Das Beste kommt hoffentlich zum Schluss. Die Jets hätten nichts dagegen - im Gegenteil: sie setzen alles daran!

Braydon Coburn wird in Winnipeg mit der Rückennummer 55 auflaufen und ist bereits für die kommende Begegnung gegen die Dallas Stars spielberechtigt.