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Vorgaben erfüllt - Titel verfehlt!

2024-06-02

Winnipeg. In Manitoba beginnt die Sommerpause. Nach sieben Spielen im Finale um den Clarence S. Campbell Bowl hatten die Los Angeles Kings auf eigenem Eis mit einem 2:1 Erfolg das bessere Ende für sich und stehen im Finale um den Stanley Cup.

In Winnipeg hingegen liegen Bitterkeit und Stolz nah beieinander. Vor der Saison war es Fans und Verantwortlichen klar, dass trotz Playoff-Ambitionen das Cup-Fenster für die Jets noch nicht wieder geöffnet ist. Das Team wollte sich taktisch weiterentwickeln und das Playoff-Ticket möglichst ohne WildCard lösen.
All diese Dinge funktionierten! Die Jets stellten einmal mehr eines der fairsten Teams der Liga, ließen die wenigsten Gegentore zu, absolvierten eine weitere 100-Punkte-Saison und zogen als Division-Zweiter bis ins Conference Finale ein.
Und auch dort wirkte der Gegner aus Los Angeles nicht unbezwingbar. Es gab sieben Duelle auf Augenhöhe und stets hat ein Wimpernschlag über Sieg und Niederlage entschieden.
Die Frage: hätte es zu mehr reichen können drängt sich zwar in traditionell penetranter Art und Weise auf, ist aber noch vor dem zweiten Blick bereits als deplaziert ausgemacht.

Auch ohne Campbell Bowl und Stanley Cup wird bei den Jets in der Vitrine umgestellt, um die William M. Jennings Trophy von Goalie Logan Thompson unter zu bringen, der in seiner zweiten GFHL-Saison nach Startschwierigkeiten der Turm in der Schlacht gewesen ist und mehr geschafft hat, als es ihm Experten und teilweise auch Fans zugetraut hatten. Die Verteidigung agierte wenig spektakulär, aber effizient wie noch nie. Zudem hat sich ausgerechnet Pierre-Luc Dubois, der mit seiner extrovertierten Art immer wieder mit den Medien aneckt klar gezeigt, dass er auf dem Eis ein Leader sein kann und jemand, der den Unterschied macht.
Egal, aus welcher Perspektive die Saison betrachtet wird: das einzig Negative, das sich finden lässt, ist die Tatsache, dass trotz dieser guten Dinge keine Team-Trophäe dabei herum gekommen ist. Eine Situation, die 28 andere Teams sehr nachvollziehen können.

Für das Management der Jets beginnt die OffSeason. GM Toby ist von LA aus statt mit dem Team nach Winnipeg direkt nach Saginaw geflogen, um sich mit dem Scouting Team heute das Finale um den Memorial Cup, die wertvollste Trophäe im Junior Hockey anzusehen. Hierbei wird sicherlich auch das eine oder andere Gespräch mit den Beratern und Trainern der Draft Class geführt.
Anschließend wollen Spielerverträge verlängert werden und mit Head Coach Paul Maurice werden Gespräche zu führen sein, ob er nach viereinhalb Jahren in Winnipeg seinen Vertrag verlängern wird oder ggfs. Platz machen wird, um dem Team neue Impulse zu geben. Diese Option hatte der in Winnipeg überaus beliebte Head Coach auf der Pressekonferenz nach der verlorenen Serie gestern Abend in Los Angeles zumindest nicht ausgeschlossen.
Hier wird GM Toby Überzeugungsarbeit leisten müssen - oder einen neuen Übungsleiter beschaffen müssen. Interne Kandidaten stünden mit den Assistenztrainern Bob Essensa und Scott Arniel sowie Farm Coach André Tourigny, der übrigens auch Team Kanada bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Tschechien auf Platz 4 coachte, bereit. Athletiktrainer Joe West hat bereits angedeutet, in jedem Falle weiter als Assistent dem Staff erhalten zu bleiben. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2026.

General Manager Toby sieht die Saison als Erfolg und will in der kommenden Saison daran anknüpfen. Vielleicht kann sogar das Cup-Fenster wieder aufgestoßen werden. Wenn eine Übergangs-Saison so verläuft wie diese, ist Vieles möglich in der Eishockeyprovinz Manitoba.